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Forschungsbohrung Baruth (Sachsen)

Reflexionsseismische Sektion über dem Baruther Maar.

Mit zwei 1998 abgeteuften Bohrungen ist eine geophysikalische Anomalie bei Baruth (östlich von Bautzen/Sachsen), die durch ein verdecktes tertiäres Maar verursacht wird, erkundet worden. Die Maar-Hypothese konnte durch den Nachweis von Ablagerungen aus Debris Flows (Schlammströmen) mit Basalt-Bomben und Schlacken in den Sedimenten sowie des Granodiorit-Zersatzes (Kollapsbrekzie), d.h. der Schlotfüllung, an der Basis der Forschungsbohrung "Baruth 1" bestätigt werden.

Die Forschungsbohrung "Baruth 1" erbohrte von 50 m bis 232 m Seesedimente, überwiegend Diatomite mit eingeschalteten Turbiditen, welche die Ablagerungen der stabilen Seephase dokumentieren. Darunter folgen zunächst Ablagerungen aus Debris Flows und Turbidite der frühen Seephase sowie ab 257 m Kollapsbrekzie als erstes Sediment nach den Eruptionen. Die Bohrung erreichte bei einem Kerngewinn von nahezu 100% eine Endteufe von 279,6 m. Die aus Seismik und Gravimetrie abgeleiteten Ergebnisse wurden durch die Bohrung voll bestätigt. Insbesondere die erstmals über einer solchen Struktur durchgeführte Reflexionsseismik gibt ein exzellentes Bild des Baruther Maars.

Die Spektralanalyse der elektrischen Leitfähigkeitswerte, die mittels einer Dipmetersonde im Abstand von 1 cm gewonnen wurden, bestätigt die Altersangaben über den Ablagerungszeitraum für die laminierten Seesedimente zwischen 74 m und 186 m von 180.000 Jahren bzw. eine Sedimentationsrate von rund 60 cm pro 1000 Jahre. Da der Anteil der Turbidite fast konstant 50 % beträgt - dies ist der Anteil der Sedimentation aus Trübströmen - ergibt sich die reine Seesedimentation zu ca. 30 cm pro 1000 Jahre. Feinlaminierte Sedimente finden sich in der Teufe von 50 - 75 m. Nur diese eignen sich für weiterführende Klimauntersuchungen. Insbesondere kurzzeitige Klimaschwankungen sowie deren Auswirkungen auf das Ökosystem sollen für diesen Abschnitt des Tertiärs sehr genau rekonstruiert werden.

Die Forschungsbohrung "Baruth 2", Endteufe 100 m, wurde im Randbereich des ehemaligen Maares angesetzt, um zusätzliche Informationen zur Genese des Maares und über Schüttungsrichtungen zu erhalten. Ein zunächst in ca. 80 m Tiefe vermuteter steilstehender magnetischer Körper konnte nicht erbohrt werden.

 

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Ein Projekt aus dem Forschungsschwerpunkt Sedimentsysteme