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Forschungsbohrung Bayerhof (Bayern)

Forschungsbohrung Bayerhof (schematische Darstellung).

In der Umgebung der Kontinentalen Tiefbohrung (Oberpfalz) sind vereinzelte Tertiärvorkommen nachgewiesen. In dem Datensatz der 3D-Seismik, der Integrierten Seismik Oberpfalz von 1989 (ISO89), können diese Strukturen als Anomalien in den Laufzeiten auftreten und sich durch erhöhte Mächtigkeiten der Verwitterungsschicht abbilden. Seismische Geschwindigkeiten von etwa 1900 m/s weisen im Bereich der Forschungsbohrung Bayerhof auf Sedimentablagerungen hin.

Die Forschungsbohrung Bayerhof, die im Oktober/November 2000 durch das Bayerische Geologische Landesamt abgeteuft wurde und eine Endteufe von 178 m erreichte, erbrachte limnische Sedimente bis zu einer Tiefe von 153 m. Geophysikalische Messungen in der Forschungsbohrung Bayerhof bestätigen die lithostratigraphische und strukturelle Gliederung der tertiären Abfolge aus Torf- bzw. Braunkohlelagen und laminierten Seesedimenten. Im Bereich der Seesedimente fallen neben den für Maare typischen geringen Dichten, magnetischen Suszeptibilitäten und seismischen Geschwindigkeiten die mit der Tiefe ansteigenden hohen Urangehalte mit Anomalien von bis zu 60 ppm auf. Eine gravimetrische Detailvermessung der Struktur Bayerhof hat die aufgrund der Bohrlochmessungen zu erwartende negative Schwereanomalie bestätigt. Der Durchmesser des Maars beträgt danach etwa 450 m.

Durch das Bayerische Geologische Landesamt in Zusammenarbeit mit dem Institut für Mineralogie der Ludwig-Maximilian Universität München durchgeführte K-Ar Datierungen an einer basaltischen Tuffbrekzie sowie an Basalten aus der Umgebung der Forschungsbohrung ergeben ein Eruptionsalter zwischen 23,3 und 21,7 Mio Jahren.

 

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Ein Projekt aus dem Forschungsschwerpunkt Sedimentsysteme