LIAG
 

Festkolloquium „10 Jahre GeotIS“

Der digitale Geothermie-Atlas für Deutschland erscheint in einem neuen Gewand

Mit einem Festkolloquium feiert das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik, Hannover (LIAG) am Mittwoch, den 25.10.2017 ab 13:00 Uhr, „10 Jahre GeotIS“. GeotIS ist der digitale Geothermie-Atlas für Deutschland. Pünktlich zum Jahrestag präsentiert sich das geothermische Informationssystem GeotIS in einem überarbeiteten Layout mit neuen Funktionalitäten für mobile Endgeräte und zusätzlichen Inhalten. Zur Festveranstaltung sind international bekannte Geothermie-Experten als Gastredner eingeladen. Die aktuelle Entwicklung der Tiefengeothermie-Forschungsprojekte im deutschsprachigen Raum steht im Fokus des Kolloquiums.

 

Zum Auftakt der Veranstaltung spricht Dr. Erwin Knapek (Präsident des Bundesverbandes Geothermie) über Geschichte und Zukunft der Geothermie in Deutschland. Maßgeblich beteiligt am Aufbau des geothermischen Informationssystems war Dr. Rüdiger Schulz (ehemals LIAG). Er wird über die ersten Meilensteine auf dem Weg zum heutigen Informationssystem sprechen. Als GeotIS im Jahr 2007 als Web-GIS ans Netz ging, war es das erste Informationssystem, für das geologische Daten und Informationen über den tiefen Untergrund in Deutschland aufbereitet und wissenschaftlich interpretiert wurden. Seither wurde das System immer weiter ausgebaut und verbessert. Heute ist GeotIS die umfangreichste Datensammlung zum Thema Geothermie in Deutschland. Einblick in den heutigen Stand der Arbeiten gibt Dr. Agemar (LIAG) in seinem Vortrag.

„Ein Unikat ist dieses GeotIS heute. Ein geowissenschaftliches Unikat für Jeden und Jede, voll von wertvollen Informationen über die Erdwärme unter unseren Füßen und deren aktuelle Nutzung,“ sagt Projektleiter Dr. Thorsten Agemar. „Wie selbstverständlich greift die Wissenschaft für ihre Forschungsarbeiten in diesen Datenpool, aber auch Gebietskörperschaften, Projektplaner für Tiefengeothermie und Energieversorger nutzen GeotIS-Informationen. Selbst Geographie- und PhysiklehrerInnen schätzen GeotIS als Datenquelle, die die Schüler in Unterrichtszyklen und Projektarbeiten auswerten können.“

Die Basis von GeotIS bildet eine umfangreiche Datensammlung, für die verschiedene Quellen aus Industrie, Behörden und Veröffentlichungen herangezogen wurden. Die Herausforderung ist und bleibt, die fachlich, strukturell, inhaltlich, historisch, technisch und ökonomisch sehr unterschiedlichen Informationen wissenschaftlich zu bewerten, zu wichten und zusammenzuführen, dabei den Quellenbezug eng zu halten und eine einheitliche, übersichtliche Internet-Darstellung zu erreichen. GeotIS ist heute auf den Untergrund in Deutschland und Oberösterreich ausgerichtet; weitere europäische Kooperationen sind die Perspektive. Das GeotIS ist auch dem internationalen Fachpublikum bekannt und findet hohe Anerkennung.

Das Geothermische Informationssystem wurde und wird im Rahmen von Forschungsprojekten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit finanziert. Die staatlichen Geologischen Dienste tragen in unterschiedlicher Weise förderlich zu Aufbau, Fortentwicklung und Nutzung des Systems bei. Für das LIAG selbst ist es ein unverzichtbares Werkzeug für seine wissenschaftliche Arbeit.

 

 

 

Institut:

Das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik mit Sitz in Hannover ist ein eigenständiges Forschungsinstitut und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Institut betreibt und koordiniert zukunftsgerichtete Forschung auf dem Gebiet der physikalischen Geowissenschaften. Als Einrichtung von überregionaler Bedeutung wird es von Bund und Ländern gemeinsam finanziert. Das Institut blickt auf über 50 Jahre Erfahrung in der Geothermie-Forschung zurück und hat maßgeblich zur Entwicklung der Tiefengeothermie in Deutschland beigetragen. Es betreibt seit 2007 das öffentlich zugängliche Geothermische Informationssystem (www.GeotIS.de).

 

Im Institut besteht die Sektion S4 „Geothermik und Informationssysteme“ unter Leitung von Frau Prof. Dr. Moeck derzeit aus 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die Forschungsthemen im Bereich der Erkundung geothermischer Ressourcen, der Untergrundtemperaturen in Deutschland sowie der Weiterentwicklung numerischer Verfahren zur Simulation von thermisch-hydraulisch-mechanisch-chemisch (TMHC) gekoppelter Prozesse bearbeiten. Alleinstellungsmerkmale sind das in der Sektion entwickelte geothermische Informationssystem und das Fachinformationssystem Geophysik, mit denen relevante Fachdaten für die geothermische Projektplanung georeferenziert bereitgestellt und weiterentwickelt werden.

 

Kontakt:                                                       

Dr. Thorsten Agemar - Projektleiter 

 

E-Mail:            thorsten.agemar@liag-hannover.de

Telefon:          0511 / 643-2937