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Motivation und Ziele - Flächenhafte Befliegung (Aerogeophysik)

Geophysikalische Methoden bieten die Möglichkeit, von der Erdoberfläche aus Informationen über Strukturen und Zustände im Untergrund zu ermitteln. Bei aerogeophysikalischen Messungen benutzt man einen Hubschrauber oder ein Flugzeug als Träger der Messausrüstung. Durch den Einsatz von Aerogeophysik können große Flächen in kurzer Zeit vermessen werden. Eine Befliegung bietet außerdem die Möglichkeit, unabhängig von der Zugänglichkeit des Untersuchungsgebietes, auf geraden, parallelen Linien zu messen und eine gleichmäßige Überdeckung mit Messpunkten zu erreichen.

In den skandinavischen Ländern sowie in Australien und USA wird teilweise bereits schon die dritte Generation aerogeophysikalischer Befliegungen angegangen; Großbritannien hat bereits erste Befliegungen für eine komplette flächenhafte Überdeckung durchgeführt. In den Ländern des ehemaligen Ostblocks wurden solche Befliegungen regelmäßig durchgeführt und wiederholt. Selbst in den meisten Entwicklungsländern ist eine flächendeckende Aerogeophysik-Befliegung eine der ersten Maßnahmen zur Planung und zum Aufbau einer landesweiten Infrastruktur.

In Deutschland wurden bisher erst relativ kleine Flächen aerogeophysikalisch vermessen; die Daten liegen zumeist bei der BGR vor. Ende 2006 wurden aerogeophysikalische Datensätze im Rahmen des EU-INTERREG-Projekts BurVal (Buried Quaternary Valleys) erhoben und wissenschaftlich ausgewertet. An die Ergebnisse der vergangenen Jahre anknüpfend erscheint eine generelle aerogeophysikalische Befliegung der norddeutschen Küstenräume sinnvoll.

Als besonders dringlich werden folgende Fragestellungen und Messgebiete angesehen:

  • Kartierung von Salzwasserintrusionen im küstennahen Bereich und Abschätzung des Einflusses auf die Grundwasserentwicklung. Dies ist von besonderem Interesse im Bereich der Nordseeinseln, da hier durch Meerwasserintrusionen ein Gefährdungspotential für die Trinkwasserversorgung besteht. Eine Bestandsaufnahe der inseltypischen Süßwasserlinsen ist besonders auch mit Blick auf Sturmflut- und Überflutungsereignisse der jüngeren Zeit und im Hinblick auf einen möglichen Klimawandel dringend erforderlich.
  • Kartierung von Salzwasserintrusionen im weitgefassten Mündungsbereich  der großen Flüsse (Elbe, Jade/Weser, Ems) auch im Hinblick auf Deich- und Küstensicherheit. Starke Änderungen der Salzwasserintrusion entlang der Deiche und Siele lassen gegebenenfalls auf Undichtigkeiten oder Störungen schließen. Auch im Vorfeld fluss- oder küstenverändernder Maßnahmen (Elbevertiefung, Hafenausbauten) ist eine Bestandsaufnahme sinnvoll. Anthropogen verursachte Effekte sind in den Daten später nur schwer zu eliminieren bzw. zu interpretieren.
  • Kartierung von Grundwasserversalzungen in der Umgebung von Salzstöcken.
  • Untersuchungsgebiete für voranstehende Fragestellungen im Grenzbereich zu Nachbarländern (Niederlande, Dänemark) ermöglichen grenzüberschreitende oder transnationale Kooperationen.

Siehe auch Methode.

 

Projektleitung

Dr. Helga Wiederhold

Projektgruppe

Franz BinotKlaus KühneDr. Gerlinde SchaumannDr. Annika Steuer
Dr. Bernhard Siemon

Laufzeit

01.01.2008 - 31.12.2009

Förderer

LIAG

Partner

BGR
LBEG
LLUR
GLA HH
HydroGeophysics Group, University of Aarhus, Denmark
Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt Hamburg, Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM)

Links

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