Integrierte geophysikalische Methoden angewandt auf Erdfall-Probleme in Norddeutschland
Erdfälle sind Einbruchssenken an der Erdoberfläche, die durch Einsturz oder Entfernung von Gestein im Erduntergrund hervorgerufen sind.
Für die im Projekt durchgeführten Untersuchungen wurde exemplarisch ein Problemgebiet bei Münsterdorf ausgewählt. Es liegt nördlich von Hamburg in Schleswig-Holstein, 3 km südlich von Itzehoe. Drei Einbrüche sind hier jüngst in den Jahren 2004, 2006 und 2007 im Südwestteil der Ortschaft an einem Sportplatz entstanden.
Seismische Messungen (P- und S-Wellen) in Kombination mit geoelektrischen Widerstandssondierungen werden im Senkungsgebiet mit folgendem Ziel durchgeführt:
- Nachweis von Verwerfungs- und Bruchzonen sowie von Verkarstungsstrukturen, die die linear angeordneten Einbruchsstrukturen verursacht haben können,
- Kartierung der Tiefenlage der möglicherweise von Lösung betroffenen Kalksteine der Oberkreide bzw. der Salzgesteine der nahe gelegenen Salzstruktur Krempe-Lägerdorf,
- Kartierung der räumlichen Verbreitung löslicher Horizonte und / oder bevorzugter Lösungstransportflächen, die die Bildung weiterer Einbruchsstrukturen begünstigen.
Drei reflexionsseismische Messlinien wurden mit einer P-Wellen Vibratorquelle vermessen und ausgewertet. Nach dem Auftreten eines erneuten Einbruchs im November 2007 wurden eine hoch auflösende reflexionsseismische S-Wellenmessung und mehrere Bohrungen durchgeführt. Diskontinuitäten in den Reflexionen der Kreideoberfläche korrelieren mit den Erdfallgebieten. Größere Störungen in Verbindung mit dem Salzstock werden nicht beobachtet.

Foto eines Erdfalls (oben) und Diskontinuitäten in der seismischen Reflexion (unten).
Betreuung
Projektgruppe
Laufzeit
14.09.2007- 31.10.2010
Förderer
LIAG
Partner
TU Berlin (Prof. Dr. Reinhard Kirsch)




