Neigungsmessungen Fuhrberg
Die dem Grundwasser durch Förderbrunnen entzogenen, häufig großen Wassermengen können erhebliche Boden-Deformationen verursachen. Einer der Hauptversorgungsbrunnen des Wasserwerks Hannover (Niedersachsen), ungefähr 30 km nordwestlich der Stadt im Fuhrberger Feld, besitzt eine relativ komplexe Struktur: Zwei Pumpen sind in einem vertikalen Brunnenschacht installiert, von dem in 25 m Tiefe acht horizontale Filterstränge sternförmig abgehen.
Die im Rahmen dieser Arbeit durchgeführten Untersuchungen beschäftigen sich mit den Auswirkungen dieses Horizontalbrunnens im zentralen Bereich und an den einzelnen Filterstrecken. Die konkrete Fragestellung ist dabei, in welchem Maße dessen Wasserförderung zu Bodendeformationen beiträgt. Um die Verformung des Untergrundes in Zusammenhang mit der Grundwasserspiegeländerung erfassen zu können, wurden auf dem Gebiet 12 Neigungssensoren und 5 Wasserstandssensoren installiert.
Die Langzeitüberwachung, mit oberflächennahen Neigungsmessern erlaubt bei Kenntnis der verursachenden Porendruckgradienten Rückschlüsse auf das poroelastische Verformungsverhalten des Untergrundes und bei Abweichungen von der Modellsituation auf lokale Heterogenitäten im Untergrund.
Die bisher gewonnenen Ergebnisse und Modellierungen zeigen, dass (1) die durch das Pumpen verursachten Signale der Neigungssensoren grundsätzlich zum Zentrum der Brunnenanordnung, annähernd parallel zu den einzelnen Filtersträngen weisen, (2) die durchschnittlichen Neigungswerte bei einer Veränderung der Pumprate um 100m³/h zwischen 0,33 und 0,5 µrad liegen, und (3) das „kontinuierliche Punkt-Modell“ (von vier getesteten numerischen Modellkonfigurationen) eine passende quantitative Darstellung der in-situ-Bedingungen liefert.

1: Einsetzen des Neigungsmessers ins Bohrloch, 2: Messstelle mit Datenlogger und Stromversorgung.




