LIAG
 

Direktwärmenutzung aus gering permeablen Sedimentgesteinen (GeneSys)

 

Das GeneSys-Projekt hat zum Ziel, neuartige Konzepte für die Direktnutzung von geothermischer Wärmeenergie zu entwickeln und umzusetzen.

Der Standort Hannover ist dabei exemplarisch: Zielhorizont ist der Buntsandstein. Diese mächtige Gesteinsformation erreicht im Tiefenbereich zwischen 3.300 m und 3.600 m Temperaturen zwischen 120°C und 140°C. Derartige Formationen sind in Norddeutschland weit verbreitet. Ihre Durchlässigkeit reicht in den meisten Fällen nicht für die konventionelle Thermalwasserförderung aus. Daher wird im Untergrund ein aus künstlichen Rissen bestehender Wärmetauscher geschaffen. Die in dem geförderten Heißwasser enthaltene Wärme wird dann mittels eines oberirdischen Wärmetauschers in einen Heizkreislauf eingespeist und das abgekühlte Wasser anschließend in einen höheren Horizont über dieselbe Bohrung verpresst.

GeneSys Horstberg

In den vergangenen Jahren ist bereits viel passiert: Seit 2003 betreibt das GEOZENTRUM Hannover in der Südheide eine 4.100 m tiefe Bohrung, um innovative Konzepte zur Erdwärmenutzung zu erproben. Durch Tests in dieser Bohrung wurde nachgewiesen, dass die für den Standort Hannover vorgesehen Konzepte tatsächlich unter den dort zu erwartenden Bedingungen durchführbar sind. Diese Erfolge gaben den Startschuss zur Realisierung des Projektes in Hannover.

Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten an der Bohrung Horstberg werden durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert.

Begleitende Forschung in Hannover

Die Bohrung GeneSys GT1 der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe auf dem Gelände des GEOZENTRUMS Hannover erreichte im November 2009 eine Endteufe von 3901 m (MD). In etwa 3.800 m (MD) Tiefe werden großflächige Risse erzeugt, die den Wärmetauscher bilden. In einem mehrmonatigen Testbetrieb wird anschließend die Funktions- und Leistungsfähigkeit des geschaffenen Systems auf die Probe gestellt. Durch die Kopplung an eine geothermische Heizzentrale kann das GEOZENTRUM Hannover für mehrere Jahrzehnte mit Wärme versorgt werden.  Das LIAG wird die einmalige Chance eine geothermische Tiefbohrung auf dem eigenen Gelände zu haben nutzen, um im Rahmen eines BMU geförderten Projektes weitere geologische Horizonte auf ihre geothermische Nutzbarkeit hin zu untersuchen und neue Methoden zur geothermischen Reservoirerkundung zu entwickeln.