LIAG
 

Geothermische Horizonte - Allgemeines

Geothermische Horizonte – Untersuchung von weiteren Zielhorizonten für die geothermische Nutzung an der Bohrung GeneSys GT 1, Hannover und Methodenentwicklung für die Charakterisierung geothermischer Reservoire.

Bohrturm bei Nacht am Standort Buchholzer Straße, Hannover (2009)
Das Bild zeigt den Bohrturm an der Buchholzer Straße bei Nacht.

Im Vordergrund des Projektes ‚Geothermische Horizonte’ steht die praktische Untersuchung von Einbohrlochkonzepten zur Erschließung von Erdwärme aus dichten Sedimentgesteinen. Das Projekt knüpft dabei unmittelbar an die bereits an der Bohrung Horstberg durchgeführten Untersuchungen an und setzt diese während und nach der Bohrphase der Geothermiebohrung GeneSys GT1 in Hannover fort, zielt aber auf neue Horizonte zur Nutzung geothermischer Energie und die Entwicklung neuer Methoden zur Charakterisierung geothermischer Reservoire ab. Es liefert die wissenschaftliche Begleitforschung im Rahmen des Demonstrationsprojektes GeneSys Hannover der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR).

Die Bohrung GeneSys GT1 erreichte im November 2009 nach 157 Tagen Bohrzeit eine Endteufe von 3901 m (unterer Buntsandstein). Während der Bohrphase wurden ein in-situ-Fördertest durchgeführt, sowie drei 15-18 m lange Bohrkerne und 23 Seitenwandkerne aus interessanten Sandsteinhorizonten gewonnen. Aus den Ergebnissen petrophysikalischer Untersuchungen an den Kernen lassen sich Charakteristika (z.B. hinsichtlich Porosität und hydraulischer Permeabilität) der Formationen ableiten und damit deren Eignung als potentielle Zielhorizonte abschätzen.
Prinzipiell ist die Nutzung der geothermischen Energie an das Vorhandensein von hydraulisch gut durchlässigen Schichten im Untergrund gebunden. Da diese jedoch nur  einen sehr kleinen Teil der potenziell nutzbaren Schichten des tiefen Untergrundes ausmachen, ist geplant, in dichten Formationen wie dem Buntsandstein durch massive Injektion von Wasser großflächige künstliche Risse im Gestein zu erzeugen. Diese fungieren als Wärmetauscher, zudem werden natürliche Wasserwegsamkeiten hydraulisch an die Bohrung angeschlossen, wodurch sich die Produktivität der Bohrung erheblich steigern lässt.

In diesem Jahr sind umfangreiche Testarbeiten in Form von Stimulations- und Erschließungsmaßnahmen geplant, die die unterschiedlichen Konzepte zur geothermischen Nutzung erproben sollen.

Bohrkern aus der Detfurth-Unterbank, Tiefe ca. 3550 m (2009)
Das Bild zeigt Bohrkerne des Detfurth-Unterbank aus ca. 3550m Tiefe.
 

Projektleitung

Dr. Thomas Wonik
 +49 (0)511-6433517

Projektgruppe

Dr. Wiete Hübner
MSc. Judith Orilski

Laufzeit

01.12.2008 - 31.12.2013

Förderer

BMU

Partner

BGR