LIAG
 

Salz- / Süßwassersysteme

Karte des scheinbaren spezifischen Widerstands und Vertikalschnitt für den Küstenbereich Bremerhaven-Cuxhaven (nach B. Siemon, in BURVAL Working Group 2006). Die blauen Farben markieren niedrige Widerstände und zeigen die Salzwasserintrusionen von Nordsee und Elbemündung

Süßwasservorkommen machen nur etwa 2,5 Prozent der globalen Wassermenge aus. Von diesen 2,5 Prozent halten etwa 0,4 Prozent den Süßwasserkreislauf in Bewegung (Verdunstung, Niederschlag, unterirdischer / oberirdischer Abfluss). Die restlichen 99,6 Prozent sind gebunden: zu 30,1 Prozent in Grundwasservorräten tief unter der Erdoberfläche, zu 69,5 Prozent in Eiskappen, Gletschern, ewigem Schnee oder Permafrost.

Das süße Wasser brauchen wir zum Leben. Grundwasserversalzung gefährdet unser wichtigstes Lebensmittel. Die Hauptursachen der Grundwasserversalzung sind:

  • Salzwasserintrusionen im Küstenbereich
  • Salzstöcke
  • Erhöhte Grundwassermineralisation in ariden Gebieten

Und dazu kommen anthropogene Ursachen durch Überdüngung und Müllhalden.

Da die elektrische Leitfähigkeit des Wassers stark von der Mineralisation oder Salzkonzentration abhängt bieten Salz-/Süßwassersysteme klassische Ziele geoelektrischer oder elektromagnetischer Messungen. Diese Widerstandsverfahren reagieren auf die elektrische Leitfähigkeit der Porenflüssigkeit, diese wird wiederum durch Salzminerale erhöht. Ab einem Chloridgehalt von 250 mg/l gilt ein Wasser als versalzen. Trinkwasserqualität erfordert eine elektrische Leitfähigkeit von maximal 2500 μS/cm.

Ziele geophysikalischer Erkundungen sind z.B. Salz-/Süßwasserabgrenzungen im Küsten- und Inselbereich, Süßwasseraustritte ins Meer, Salzwasserüberschichtungen, Dynamik der Salz-/Süßwassergrenze, Salzwasseraufstiegszonen, Grundwasserversalzung, etc. Die Daten liefern Grundlagen für das Studium von Austausch- und Transportprozessen.