LIAG
 

Quartäre Rinnensysteme - BURVAL

Quartäre Rinnensysteme, die teilweise tief in altpleistozäne und tertiäre Sedimente einschneiden, sind in Norddeutschland und den angrenzenden Staaten weit verbreitet. Sie spielen sowohl bei der wasserwirtschaftlichen Rahmenplanung als auch bei einer Bewertung der Barrierefunktion des Deckgebirges vor dem Hintergrund anthropogen verursachter Eintragungen in den Untergrund eine wichtige Rolle. Die geowissenschaftliche Erkundung ausgewählter Rinnen und deren Rolle im hydraulischen Kontext fördert das Verständnis der dort relevanten Prozesse und leistet einen wichtigen Beitrag zur Trinkwasserversorgung der Zukunft.

Mit der Untersuchung von Rinnenstrukturen blicken wir auf eine lange Tradition im LIAG zurück. Erste Untersuchungen von eiszeitlichen Rinnensystemen mit Refraktionsseismik und Gleichstromgeoelektrik fanden in den 1980er und 1990er Jahren im süddeutschen Raum statt (z.B. Behnke). Mit den technischen Entwicklungen seismischer Quellen, schneller Messapparaturen und Datenbearbeitungssystemen wurde in den 1990er Jahren auch die Reflexionsseismik für den Einsatz ingenieurgeologischer oder grundwasserrelevanter Fragestellungen praktikabel. Und damit konnten nun auch Strukturen mit nur geringen seismischen Geschwindigkeits- bzw. Impedanzsprüngen untersucht werden, wie wir sie in den quartären und tertiären Sedimenten im Norddeutschen Raum vorfinden.

Mit dem Projekt BurVal werden diese verborgenen Rinnen (buried valleys) zum Forschungsobjekt einer internationalen Expertengruppe. LIAG übernimmt die Federführung dieses durch die Europäische Union ko-finanzierten Projektes.

 

Projektleitung

Dr. Helga Wiederhold +49 (0)511 643-3520

Projektgruppe

Franz Binot
Gerald Gabriel
Michael Grinat
Hanna-Maria Rumpel
Annika Steuer
Helga Wiederhold
Thomas Wonik

Laufzeit

09/2003 - 05/2007

Partner

Region Midtjylland
GEUS
Region Syddanmark
Umweltzentrum Aarhus
Umweltzentrum Ribe
Municipality of Horsens
Universität Aarhus
Deltares
BGR
LLUR
BSU