LIAG
 

Terrestrische Sedimentsysteme

Ziel des Forschungsschwerpunktes ist es, neue Erkenntnisse über die Struktur, die Genese und das Alter kontinentaler quartärer und tertiärer Sedimentsequenzen zu gewinnen. Durch oftmals multidisziplinäre Ansätze werden in Zusammenarbeit mit Partnern grundlegende Informationen über die Umwelt- und Klimabedingungen in der Vergangenheit gewonnen, wobei das LIAG geophysikalische und geochronologische Methoden einbringt.

Die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlage des Menschen im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung der Umwelt ist von existenziellem Interesse. Umwelt- und Klimaveränderungen bestimmen wesentlich die natürliche Lebensgrundlage des Menschen. Ihre zuverlässige Beschreibung in der Vergangenheit stellt einen wichtigen Schlüssel zum Verständnis der natürlichen und anthropogen bedingten Klimaveränderungen der Zukunft dar und ist somit von hoher gesellschaftlicher und damit auch politischer Relevanz. Mit der Schwerpunktbildung auf terrestrischen Sedimentsystemen steht der vom Menschen am stärksten beeinflusste und für ihn unmittelbar relevante Lebensraum im Fokus. Lokale und regionale Studien an terrestrischen Strukturen stellen eine unverzichtbare Ergänzung zu globalen und damit auch marinen Untersuchungen im Hinblick auf das Gesamtverständnis sich ändernder Umweltbedingungen dar.

Für diesen Schwerpunkt ist eine starke nationale und internationale Vernetzung vorhanden. In Abhängigkeit von dem jeweiligen Sedimentsystem beteiligen sich unterschiedliche geowissenschaftliche Einrichtungen, Universitäten und Geologische Dienste. Insbesondere stellen die Forschungsbohrungen aufgrund ihrer interdisziplinären Bearbeitung einen Kristallisationspunkt für die geowissenschaftliche Forschung in Deutschland dar, teilweise auch darüber hinaus.

Die Arbeiten in diesem Forschungsschwerpunkt verteilen sich aktuell auf zwei Themenfelder:

Diese Fokussierung ermöglicht das Studium von Sedimentsystemen unterschiedlichster Art - lange kontinuierliche Sequenzen ebenso wie Ablagerungen mit einer hohen zeitlichen Auflösung bzw. infolge abrupter Wechsel in den Umwelt- und Klimabedingungen. Dabei ist die Kenntnis eines exakten chronologischen Rahmens unerlässlich. Beschränkte Aufschlussmöglichkeiten erfordern die Erkundung von Struktur, Genese und Alter kontinentaler Sedimentabfolgen durch geophysikalische Methoden. Die gewonnenen Daten können die Grundlage für weiterführende Klimamodelle bilden.

Darüber hinaus stehen Informationen zu einigen bereits abgeschlossenen Projekten weiterhin zur Verfügung.