LIAG
 

Forschungsbohrung Grube Messel

Eine 433 m Tiefe Forschungsbohrung in der Grube Messel in 2001 hat zweifelsfrei ergeben, dass es sich um ein Maar handelt. Erbohrte Lapillituffe belegen den vulkanischen Ursprung. Basierend auf der petrographischen Ansprache, Kernuntersuchungen und der Bohrlochgeophysik, ergibt sich folgendes Bohrprofil:

bis 94 m Mittlere Messel-Formation (Schwarzpelite, unterschiedlich fein laminiert)
bis 229 m Untere Messel-Formation (Wechsellagerung von Debriten, Schwarzpeliten, Ton bis
Feinsand, Brekzien, Lapillituffit)
bis 240 m Tuffit
bis 373 m Lapillituff
bis 433 m Kollapsbrekzie aus Amphibolit, Granit, Granodiorit, Rotliegend.

Die Struktur des Vorkommens wird exzellent durch reflexionsseismische Messungen abgebildet; die kombinierte Interpretation gravimetrischer und magnetischer Messungen erlaubt eine gute dreidimensionale Darstellung des Maars. Ein erbohrter Basaltbrocken wurde durch Mitarbeiter der Universität Mainz auf 47,8 Mio Jahre datiert.

Im Rahmen eines von der DFG geförderten Projektes wurden gesteinsmagnetische Untersuchungen an den Lapillituffen vorgenommen. Die Ergebnisse zeigen, dass der untere Teil der Lapillituffe bei Temperaturen deutlich über 300 °C abgelagert wurde. Es kann eine Einteilung der Vulkaniklastika in eine relativ heiße, geochemisch undifferenzierte und eine kältere, differenzierte Eruptionsphase abgeleitet werden. Dabei sind die juvenilen Fragmente für die Temperaturentwicklung und Wärmebedingungen innerhalb des vulkaniklastischen Materials verantwortlich und tragen zur Herkunft der magnetischen Feldanomalien bei. 

Weitere Arbeiten in 2004 konzentrieren sich auf die regionale geologische Situation im Bereich Messel. Dabei steht die Frage im Vordergrund, warum vier der sechs bekannten Eozän-Vorkommen auf dem Sprendlinger Horst auf einer Linie östlich von Darmstadt auftreten, die etwa der alten variszischen Streichrichtung folgt. Im Focus des Interesses stehen horstartige Strukturen, die durch reflexionsseismische Messungen im Gebiet "Prinz von Hessen" erfasst wurden und mit magnetischen Anomalien einhergehen. Zur Klärung dieser Anomalien sind in 2004 zwei Bohrungen abgeteuft und geophysikalisch vermessen worden.

 

Ergebnisse der geophysikalischen Vorerkundung der Forschungsbohrung Messel 2001. Die gravimetrische und magnetische Datenbasis setzt sich aus Messungen der Universität Mainz und dem LIAG zusammen, die Seismik wurde durch das LIAG registriert. Die Luftbildaufnahme stammt vom August 1997.
 

Projektleitung

Dr. Gerald Gabriel

Projektgruppe

Dr. Christian Rolf

Laufzeit

01.01.1999 bis 31.12.2009

Produkte & Publikationen

des Projekts

Partner

  • Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg

  • Universität Würzburg

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