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Forschungsbohrung Gardinger Tertiärtrog

Die nächste Forschungsbohrung des Leibniz-Instituts für Angewandte Geophysik wird gemeinsam mit den Universitäten Mainz und Lüneburg sowie dem Landesamt für Natur und Umwelt Schleswig-Holstein im Gardinger Tertiärtrog (Schleswig-Hostein) realisiert, wobei in einem späteren Stadium weitere Arbeitsgruppen einzubinden sind.

Der Gardinger Trog hat sich als Randsenke des Salzstocks Oldensworth bei dessen junger Aufstiegsgeschichte in Quartär und Tertiär gebildet. Diese enthält die mächtigste und vollständigste känozoische Sedimentabfolge in Deutschland. Die Kernbohrung dient der Gewinnung einer möglichst vollständigen Abfolge organogener Lagen mit Pollenführung der quartärzeitlichen Interglaziale, aber auch der Sedimente der Kaltzeiten. Die Lage unmittelbar an der Nordseeküste ermöglicht die Identifikation relativer Meeresspiegelhochstände über dem Holozänniveau. Eine Besonderheit der Lokation ist die Abfolge aller stratigraphischen Einheiten in Superposition und die Verfügbarkeit datierbaren Materials (Torf, Flugsand) für geochronologische und paläomagnetische Untersuchungen. Die Voraussetzung für eine solche Abfolge ist ein tiefes Becken mit kontinuierlicher Subsidenz. Da es in Nordeuropa keine tiefen quartärzeitlichen Seen gibt, kann ein solches Becken nur in den Randsenken der Salzstöcke gefunden werden. Im Gardinger Tertiärtrog sind die höchsten Subsidenzraten des gesamten Norddeutschen Beckens beobachtet worden, d.h. eine Quartärbasis in ca. 500 m Tiefe und eine mittlere Sedimentationsrate von 0,2 mm/a im Depocenter.

Seismische Vorerkundung für die Forschungsbohrung Garding.