LIAG
 

Heidelberger Becken

Bohraktivitäten an der Lokation Heidelberg UniNord 2.

Mit Hilfe von drei tiefen Kernbohrungen werden aktuell die quartären Sedimentabfolgen des Heidelberger Beckens untersucht. Die Sedimentation in diesem Raum wurde durch Tektonik und Klima gesteuert, so auch durch die klimatische Entwicklung in den Alpen. Das erschlossene Sedimentarchiv erleichtert daher die Verknüpfung von der alpine mit der nordeuropäischem Glazialentwicklung und ist somit von überregionaler Bedeutung.

Im Heidelberger Becken sind mächtige und vergleichsweise vollständige Sediment-Abfolgen aus dem jüngeren Tertiär und Quartär bekannt. Neue geophysikalische Messungen aber auch viele andere der vorhandenen geologischen, geophysikalischen u.a. Daten deuten darauf hin, dass die Sukzession insbesondere in Mio-, Plio- und Pleistozän insgesamt wenig gestört ist. Im Stadtgebiet von Heidelberg wurde bereits 1913 bis 1918 die 1022 m tiefe Bohrung "Radium-Sol-Therme" niedergebracht. In der ursprünglichen Interpretation ist hierzu von einer Quartärmächtigkeit von knapp 400 m die Rede, wohingegen in den Folgejahren Angaben zwischen 386 m und > 1000 m publiziert werden.

Die Steuerung der Sedimentation erfolgte in erster Linie durch die - seit 40 Ma mehr oder weniger gleich bleibende - Subsidenz des Grabens bzw. des Heidelberger Beckens. Der Sediment-Input wird durch drei Geosysteme gesteuert:

  • das überregionale Geosystem Alpen-Oberrhein,
  • das regionale Geosystem Mittelgebirge-Oberrhein (Schwarzwald, Vogesen) und
  • das lokale Geosystem des Neckars.

Im Geosytem Alpen-Oberrhein dient der südliche Teil des Rheingrabens als Sedimentfalle für die alpinen Grobsedimente. Sande und Feinsedimente werden dagegen weiter in den nördlichen Graben, teilweise bis zur Nordsee transportiert. Das alpine Signal dient als sedimentpetrographischer Marker zur angestrebten Süd-Nord-Korrelation. Die Hauptmasse der Sedimente im Heidelberger Becken stammt jedoch aus den regionalen und lokalen Geosystemen, d.h. aus Mittelgebirge und Neckar.

 

Laufende DFG-Projekte

Folgende Teilprojekte werden derzeit durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert: