Sektion 4: Geothermik & Informationssysteme

Mitarbeiter der Sektion, Juni 2009
Aufgaben
Im Bereich Geothermik führt die Sektion experimentelle und numerische Untersuchungen zum Fluid-, Stoff- und Wärmetransport in der Erdkruste durch. Im Vordergrund stehen
- die Erkundung der Untergrundtemperaturen und der geothermischen Ressourcen in Deutschland,
- die Weiterentwicklung von numerischen Verfahren zur Simulation von thermisch-hydraulisch-mechanisch-chemisch (TMHC) gekoppelten Prozessen.
Das deutschlandweite Fachinformationssystem (FIS) Geophysik wurde bis zum Jahre 2005 vom Institut eigenständig entwickelt. Seitdem wird es in Zusammenarbeit mit den anderen Sektionen weiter ausgebaut und gepflegt. Das FIS Geophysik bietet die infrastrukturelle Grundlage der Forschungsarbeit des LIAG, auch in der Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen. Es wurde in das europaweite Projekt eines mulitilingualen geophysikalischen Datenportals (‚Geomind’) eingebunden.
Auf der Grundlage des FIS Geophysik wurde das Geothermische Informationssystem (GeotIS) für Deutschland aufgebaut.
Gesellschaftliche Relevanz
Das große Potenzial an geothermischer Energie, das auch in einem Land ohne aktiven Vulkanismus wie Deutschland vorhanden ist, rückt infolge steigender Energiepreise und wachsender Umweltbelastung durch die fossilen Energieträger zunehmend ins öffentliche Bewusstsein. Eine wesentliche Voraussetzung für den breiten Einsatz geothermischer Energie für Heizungszwecke oder die Stromerzeugung ist eine verlässliche technische und finanzielle Planbarkeit geothermischer Anlagen.
Dies setzt möglichst gute Kenntnisse über die geothermischen und geologischen Standortbedingungen voraus. Durch die Messung und Bereitstellung geothermischer Daten des tiefen Untergrundes schafft das LIAG eine wichtige Grundlage für diese Aufgabe. Mit dem Aufbau eines geothermischen Informationssystems ist es gelungen, eine wichtige Aufgabenstellung innerhalb dieser aktuellen forschungs- und energiepolitischen Entwicklung zu übernehmen. Verstärkt wird dem Wunsch von Investoren und Versicherungen nachgekommen, auf der vorhandenen Datengrundlage das Fündigkeitsrisiko für geothermische Bohrungen quantitativ zu bewerten. Ziel der nächsten Jahre muss es sein, den umfangreichen, am LIAG vorhandenen Datenbestand einem noch breiteren Nutzerkreis auf möglichst anwenderfreundliche Weise verfügbar zu machen.
Kohleflözbrände vernichten jährlich erhebliche Brennstoffvorräte und belasten Klima und Umwelt durch das Freisetzen großer Mengen an Luftschadstoffen, darunter insbesondere das Treibhausgas Kohlendioxid. In den flach liegenden Steinkohlelagerstätten Nordchinas ist dieses Problem besonders vordringlich. Durch seine Beteilung an einem bilateralen Verbundforschungsvorhaben will das LIAG zum Prozessverständnis und letztlich zur Eindämmung und Verhinderung von Kohleflözbränden beitragen.
Fachinformationssysteme (FIS), wie das Fachinformationssystem Geophysik des LIAG, speichern bzw. liefern einen wesentlichen Teil der in der modernen Informations- und Kommunikationsgesellschaft vorhandenen Informationen. Sie werden auf allen Ebenen in Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und vom Bürger benötigt. Sie sind Grundlage des planerischen Handelns; ihre Verfügbarkeit ist eine maßgebliche Voraussetzung für Standort- und Investitionsentscheidungen.
Sektionsleitung
Dr. Rüdiger Schulz
+49 (0)511 643-3468
Mitarbeiter
Forschungsfelder
- Temperaturfeld des tieferen Untergrundes
- Wärme- und Massentransport
- Geothermisches Informationssystem
- Fachinformationssystem Geophysik





