Prozessorientierte Gesteinsphysik
Die Sektion S5 „Gesteinsphysik und Bohrlochgeophysik“ forscht auf dem Gebiet der prozessorientierten Gesteinsphysik, führt Bohrloch- und Bohrkernmessungen durch, interpretiert diese und entwickelt neue Messtechniken. Die Sektion verknüpft dabei in-situ-Messungen im Bohrloch und Messungen von physikalischen Parametern im Labor. Die Kombination und Interpretation der verschiedensten physikalischen Parameter verbessert das Verständnis grundlegender Gesteinseigenschaften, wie sie z.B. als Eingangsparameter im Bereich Hydrogeophysik, Bodengeophysik sowie Geothermie und CCS (Carbon Capture & Storage) benötigt werden. Diese Parameter bilden damit wichtige Eingangsgrößen für viele Projekte in den Schwerpunkten.
Neben der experimentellen Charakterisierung von dynamischen Prozessen steht die Entwicklung der Ergebnisse aus der Computertomografie (CT) hin zu einer „numerischen Gesteinsphysik“ im Vordergrund. Das Verständnis der Fluiddynamik ein- bzw. mehrphasiger Systeme mittels Nuklear Magnetischer Resonanzspektroskopie (NMR) und Spektral Induzierter Polarisation (SIP) im Vergleich zu klassischen hydraulischen Versuchen sowie die Charakterisierung des Porenraums von Fest- und Lockergestein wird stetig vorangetrieben.
Die Untersuchung der ferrimagnetischen Eigenschaften von Gesteinen und Böden und insbesondere deren superparamagnetischer Anteile leistet einen Beitrag zur Klärung des Bodeneinflusses auf elektromagnetische Verfahren bei der Kampfmitteldetektion. Ein weiterer Fokus liegt auf der Untersuchung der Einflüsse hoher Suszeptibilitäten auf NMR-Messungen.
Das Labor der Sektion erweitert dabei sein Analyse-Spektrum konsequent weiter, um so das Verständnis der prozessorientierten Gesteinsphysik zu vertiefen.
Neue Erkenntnisse zum Skalenwechsel zwischen Gesteinsproben–Bohrkern–Technikum–Bohrloch–Oberflächengeophysik verbessern nicht nur die mit den übrigen Fachdisziplinen des LIAG angestrebte Struktur- und Lithologieerkundung, sondern erweitern auch das Verständnis über die Beziehungen zwischen geophysikalisch direkt und nicht direkt messbaren Kenngrößen. Damit ist S5 mit allen Methoden bzw. Arbeitsgruppen im Institut verknüpft.





