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Forschungsbohrungen Heidelberger Becken

Den aktuellsten und umfassendsten Überblick über das Projekt vermittelt derzeit das Themenheft „The Heidelberg Basin Drilling Project“, Vol. 57 (2008), Nr. 3/4 des Quaternary Science Journal (Eiszeitalter und Gegenwart).

Den Kristallisationspunkt in diesem Forschungsprojekt stellen neue Kernbohrungen aus dem "Heidelberger Becken" dar. Diese Bohrungen erlauben die Untersuchung von fluviatilen bis limnisch-fluviatilen Archiven des Quartärs und Pliozäns im nördlichen Oberrheingraben und damit die Beantwortung einer Vielzahl offener Fragestellungen im Zusammenhang den quartären Eiszeiten auf dem europäischen Kontinent, dem Übergang vom Pliozän zum Pleistozän im Speziellen und (neo-)tektonischen Prozessen. Sie werden durch ein umfangreiches wissenschaftliches Forschungsprogramm begleitet. Zwischen 2006 und 2008 wurden in Heidelberg und bei Viernheim neue Forschungsbohrungen abgeteuft, die wesentliche Ergänzungen zu bereits existierenden und neuen Kernbohrungen aus Ludwigshafen darstellen.

Mit den Kernbohrungen und den darauf aufbauenden Forschungsprojekten wird erstmals ein nicht abgeschlossenes terrestrisches Sediment- und Klimaarchiv im nördlichen Oberrheingraben erschlossen und umfassend geowissenschaftlich analysiert. Mit den neuen Bohrungen ist eine der nachweislich mächtigsten kontinentalen Quartärabfolgen in Europa hoch auflösend erschlossen worden. Weder aus Norddeutschland noch aus den Niederlanden, wo die meisten quartärstratigraphischen Typusprofile für Nordeuropa zu finden sind, liegen vergleichbar komplette Abfolgen in Superposition vor, die eine moderne geowissenschaftliche Bearbeitung erlaubt haben oder erlauben würden. Daraus leitet sich die Einmaligkeit der Lokation 'Heidelberger Becken' ab, die sich zudem durch ihre zentrale Stellung im Geosystem Alpen – Oberrheingraben – Nordsee auszeichnet.  

Im Mittelpunkt des gesamten Projekts steht das Heidelberger Becken als dominierende Sedimentfalle im nördlichen Rheingraben. Verschiedene Teilprojekte befassen sich mit den Themenbereichen

  • Geochronologie,
  • 3-D Struktur und Genese des Beckens sowie
  • Sedimentinput durch Rhein und Neckar .

Im Fokus steht zunächst die Erstellung eines quartärstratigraphischen Referenzprofils für das nördliche Alpenvorland.  

 

 

 

Kontakt

Dr. Gerald Gabriel (Gesamtprojekt)
Dr. Dietrich Ellwanger (Bohrung Heidelberg)
Dr. Christian Hoselmann (Bohrung Viernheim)
Dr. Michael Weidenfeller (Bohrung Ludwigshafen)

Meilensteine

Dezember 2011
Deadline Manuskripte LGRB-Nachrichten

März 2011
Bewilligung von drei Projekten im Rahmen des DFG-Antragspakets "Projektinitiative Heidelberger Becken"

September 2009
Relaunch der Internetpräsentation

Mai 2009
Themenheft "The Heidelberg Basin Drilling Project" erschienen

Tagungen, Events

12./13 Oktober 2011
Arbeitstreffen in Grubenhagen

20.-27. Juli 2011
INQUA-Tagung, Bern (3 Beiträge)

11.-13. Oktober 2010
GeoDarmstadt (4 Beiträge)