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Schwerekarte der Bundesrepublik Deutschland 1: 1.000.000

Bouguer-Anomalien, GRS80, 0 m NN

Autoren: Peter Skiba, Gerald Gabriel, Reiner Scheibe, Olaf Seidemann, Detlef Vogel, Charlotte Krawczyk, Christa Vinnemann

Neuerscheinung: Schwerekarte der Bundesrepublik Deutschland 1: 1.000.000, Bouguer-Anomalien.

Die Karte stellt Bouguer-Anomalien Gesamtdeutschlands und angrenzender Gebiete detailliert und dennoch übersichtlich auf einem Kartenblatt dar. Den geographischen Bezug bildet das WGS 84, projiziert durch Lamberts winkeltreue Kegelabbildung mit zwei längentreuen Bezugsbreitenkreisen bei 48°40' und 52°40'.

Das Datenmaterial entstammt überwiegend dem Fachinformationssystem Geophysik des Leibniz-Institutes für Angewandte Geophysik. Diese Sammlung beinhaltet mehr als 275000 Gravimetriepunkte, die in den letzten Jahrzehnten von staatlichen Einrichtungen, Forschungsinstituten und der Industrie erfasst wurden. Die Daten werden durch Messpunkte im Ausland ergänzt, die von einzelnen Partnereinrichtungen und dem Bureau Gravimétrique International zur Verfügung gestellt wurden (etwa 70000 Punkte). Die Punktverteilung im Kartengebiet variiert stark, der mittlere Punktabstand in Deutschland beträgt etwa 2 bis 3 km.

Unter Berücksichtigung aktueller Referenzsysteme, verbesserter Geländemodelle, der heute verfügbaren Rechenleistung und dem wachsenden Interesse an einer internationalen Vergleichbarkeit wurden alle Daten überprüft und neu reduziert. In einem mehrstufigen Prozess wurden im Rahmen der Qualitätssicherung fehlerbehaftete Punkte aufgedeckt und von der weiteren Bearbeitung ausgeschlossen. Die anschließende Neuberechnung aller Reduktionsterme (Normalschwere, Niveaureduktion, Bouguer-Platte, Geländekorrektur) orientiert sich an aktuellen internationalen Standards. Für die Berechnung der Geländekorrektur standen hoch aufgelöste nationale und globale digitale Geländemodelle zur Verfügung.

Die resultierenden Anomalien des Schwerefeldes variieren im dargestellten Gebiet von -170 mGal in den Alpen bis +40 mGal im Bereich des Magdeburger Schwerehochs. Sie bilden in der vorliegenden Karte sowohl lokale Strukturen wie die Salzstöcke Norddeutschlands als auch regionale Einheiten wie z.B. den Rheingraben gemeinsam ab. Frühere Inkonsistenzen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenzen wurden beseitigt. Aus den Anomalien können Rückschlüsse auf den geologischen Aufbau der Erdkruste gewonnen werden.

 

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