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Archäologische Untersuchungen

Aufgrund seiner hohen räumlichen Auflösung und des schnellen Messfortschritts eignen sich das Georadar (GPR) sehr gut zur flächenhaften Kartierung von oberflächennahen archäologischen Objekten. Abbildung 1 zeigt als Beispiel Ergebnisse von Messungen auf einer Stadtwüstung. Die Stadt Nienover (heute Lkr. Northeim, Niedersachsen) wurde im späten 12. Jhdt gegründet und fiel nach dem derzeitigen Kenntnisstand in der zweiten Hälfte des 13. Jhdts wüst. Sie wurde seither nicht mehr besiedelt und erst in der Neuzeit wiederentdeckt. Es ergibt sich somit die Möglichkeit systematischer Forschungen an einer hochmittelalterlichen Kleinstadt. Die Reste der Bebauung (Keller, Fundamente, Straßen und Wallanlage) liegen heute unter einer 0.3 bis 1.5 m mächtigen Deckschicht. Zu sehen sind drei 50 m x 50 m große Horizontalschnitte in unterschiedlicher Tiefe.

Flächenhafte GPR Messungen über einer Stadtwüstung (400 MHz, 33 cm Spurabstand), Horizontalschnitt in 0.1, 0.8 und 1.5 m Tiefe (von links).

Im obersten Schnitt sind deutlich die Einflüsse der Oberflächenbeschaffenheit der Wiese sichtbar wie z.B. Fußwege, Traktorspuren oder unterschiedlich hohes Gras. Die Effekte der unterschiedlichen Antennenankopplung pausen sich auch bis in größere Tiefen durch. Der mittlere Schnitt entspricht einer Tiefe von ca. 0.8 m. Zu erkennen sind hier einige Gebäudereste, wie z.B. bei -1090/-2135. Im tiefsten Schnitt (1.5 m) ist deutlich der Verlauf der ehemaligen Hauptstrasse durch die Stadt zu erkennen.