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Strukturerkundung

Neben zahlreichen kleinen Objekten mit unterschiedlichsten Fragestellungen konzentrierten sich die Arbeiten u. a. auf die Anwendungsmöglichkeiten zur Erkundung von Torflagerstätten (Abb. 1). Auf den großen Flächen ist die genaue Kenntnis der Mächtigkeiten für den Abbau von großer Bedeutung, ebenso die verbleibenden Resttorfmächtigkeiten, die zum Zweck der Renaturierung stehen bleiben müssen.

Abb. 1: Relief des mineralischen Untergrundes mit rinnenförmiger Struktur, 100 MHz

Als weiteres Beispiel seien die in der Forschergruppe SINCOS an der südlichen Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns durchgeführten Untersuchungen genannt. Dadurch wurden Strukturen sichtbar, die wertvolle Hinweise zur holozänen Küstenentwicklung geben. Die Reflexionen zeigen unterschiedliche Charakteristik, so dass allgemein vier Radarfazies abzuleiten waren.

In Abb. 2 ist ein 400 m langer Ausschnitt aus einem Radargramm von der Halbinsel Bug (Rügen) gezeigt. Im unteren Teil der Abb. ist der Profilausschnitt mit der geologischen Interpretation versehen. Die Fazies BI zeigt kurze und fast parallele Reflexionen unter einer hügelartigen Aufwölbung. Es handelt sich hier um Erosionsreste mariner Sande, eine interessante Erscheinung, da an der südwestlichen Ostseeküste Ablagerung der vorherrschende Prozess ist. Mit den einfallenden Elementen der angrenzenden Fazies BII paust sich die alte Morphologie ab. Die mehr oder weniger horizontalen Reflexionen in Fazies BIII deuten auf windgeschützte Ablagerungen hin. Die Fazies BIV ist von geringer Mächtigkeit und repräsentiert äolische Ablagerungen.

Abb. 2: Radargrammausschnitt von der Halbinsel Bug mit Interpretation

Abb. 3: Radarmessung auf einer Torffläche (links) und auf Rügen (rechts)