LIAG
 

Kontinuierliche Geoelektrik mit dem Ohmmapper

Eine Möglichkeit der schnellen Aquisition scheinbarer spezifischer Widerstände bis in ca. 20 m Tiefe bieten Messungen mit dem OhmMapper (TM). Bei diesem System erfolgt die Stromübertragung durch kapazitive Ankopplung über Linienelektroden. Damit sind kontinuierliche Messungen möglich, auch in urbanen Gebieten.

Es stehen drei Empfänger zur Verfügung, so dass gleichzeitig drei Tiefenbereiche erfasst werden können. Außerdem sind die Linienelektroden (Koaxialkabel) in den Längen 5 m und 10 m vorhanden, was mehr Flexibilität bezüglich der Erkundungstiefe ermöglicht.

Zunächst wurde das Gerät hinsichtlich der Reproduzierbarkeit und des Vergleichs mit gleichstromgeoelektrischen Messungen in Gegenden mit unterschiedlichen Untergrundverhältnissen getestet. In Anbetracht der Tatsache, dass es sich um ein bewegtes System handelt, ist die Reproduzierbarkeit als gut zu bezeichnen, wie die Abb. 1 verdeutlicht. In der Abbildung sind die Rohdaten eines Profils dargestellt, das in beiden Richtungen gemessen wurde. Der Hinweis des Herstellers, dass der OhmMapper in Gegenden mit hoher elektrischer Leitfähigkeit nur geringe Eindringtiefe (wenige Meter) ermöglicht, konnte bestätigt werden. Der Stromeinspeisung sind durch den Batteriebetrieb deutliche Grenzen gesetzt.

Abb. 1: Reproduzierbarkeitstest mit 5 m-Dipolen in entgegengesetzter Messrichtung

Die Ergebnisse einiger systematischer Untersuchungen liefern wertvolle Hinweise für die praktische Anwendung und fließen in eine Publikation ein.

Mit dem Einsatz des Gerätes für unterschiedliche Fragestellungen konnten erste Erfahrungen gesammelt werden. Abb. 2 zeigt ein Beispiel für die Erkundung kleinräumig auftretender Standortunterschiede, die in der Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die standortangepasste Bodenbearbeitung berücksichtigt die Unterschiede in den wechselnden Bodenverhältnissen. Dazu werden heute auch Informationsquellen wie Geoelektrik und Georadar benutzt.

Auf einem auf der Insel Borkum gemessenen Profil bildet sich etwa zwischen Profilmeter 60 und 80 ein Bunker aus dem 2. Weltkrieg als kastenförmige Anomalie mit hohem spezifischem Widerstand ab (Abb. 3). Die Oberkante liegt dem Inversionsergebnis zufolge in ca. 3,5 m unter Gelände.

Abb. 2: Parallelprofile auf einer Ackerfläche zeigen stark wechselnde Bodenverhältnisse
Abb. 3: Insel Borkum: Die Anomalie zwischen 60 und 80 m ist von einem Bunker verursacht
 

Autoren

Regine Ziekur (ausgeschieden)
Michael Grinat
 +49 (0)511 643-3493