LIAG
 

Pilotstudie zur Anwendbarkeit der archäomagnetischen Datierungsmethode auf die Kolluvien der westlichen Kölner Bucht mittels paläomagnetischer Beprobung und Untersuchung

Zusammenarbeit LIAG (Elisabeth Schnepp, Christian Rolf) und LVR Amt für Bodendenkmalpflege (Renate Gerlach). Das Projekt wird durch Mittel der Stiftung Archäologie im rheinischen Braunkohlenrevier gefördert (Antrags Nummer 230).

Kolluvien sind Lockersedimente, die meist mittels Wasser aber auch durch Wind kurze Strecken transportiert und wieder sedimentiert wurden. Die Kolluvien der westlichen Kölner Bucht stellen ein wertvolles geoarchäologisches Sedimentarchiv der vergangenen 7000 Jahre dar, das erlaubt, den Einfluss des Menschen auf das Sedimentationsgeschehen, die Geomorphologie und die Entwicklung der Landschaft zu studieren. Durch die Bedeckung mit Kolluvien sind immer wieder auch archäologische Fundschichten erhalten, die anhand der relativen Chronologie der Kolluvien grob datiert werden können. Eine genaue, absolute Datierung dieser Fundschichten unabhängig vom Fundmaterial ist jedoch schwierig, da bisher geeignete hochauflösende Datierungsmethoden fehlen.

In dem Pilotprojekt wird erstmals versucht, diese Art von Sedimenten mit Hilfe der Paläomagnetik zu datieren. Zwei Vertikalprofile wurden im Tagebau Weissweiler mit unterschiedlichen Methoden beprobt. Die linke Abbildung zeigt zwei übereinanderliegende Gräben, von denen der jüngere (G1) ins Latène (480 – 30 v. Chr.) datiert. Bisherige Experimente zeigen, dass die Proben eine stabile Magnetisierung tragen und die Magnetisierungsrichtungen innerhalb der kolluvialen Schichten nur eine geringe Streuung zeigen (rechte Abbildung). Die stabilen Richtungen der Kolluvien korrelieren gut mit der  archäomagnetischen Säkularvariationskurve. Somit scheinen diese Sedimente, prinzipiell für eine paläomagnetische Datierung geeignet zu sein.

Links) Ein latènezeitlicher Graben (G1) schneidet einen älteren, vermutlich hallstattzeitlichen (800 – 475 v.Chr.) Graben (G2). Das Profil wurde mit 17 Stechkernen (WW1) und 4 Handstücken (WW2) paläomagnetisch beprobt.

Rechts) NRM und ChRM zeigen eine gute Übereinstimmung innerhalb, aber klare Unterschiede zwischen den Gräben. Der obere Teil von G2 wurde durch das Anlegen von G1 remagnetisiert.

 

Projektleitung

Dr. Christian Rolf  +49 (0)5562-914611

Prof. Dr. Renate Gerlach  +49 (0) 228 / 98 34 - 127

Projektgruppe

Dr. habil. Elisabeth Schnepp
 05562/9146- 15

Lena Jacke
 +49 (0)5562-914615

Laufzeit

02/2011 - 11/2011

Förderer

Stiftung Archäologie im rheinischen Braunkohlenrevier