Das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) mit Sitz in Hannover ist eine eigenständige, außeruniversitäre Forschungseinrichtung. Mit Methoden der Angewandten Geophysik werden zukunftsgerichtete Fragestellungen von gesellschaftlicher Bedeutung untersucht. Der Schwerpunkt der Forschungsarbeiten liegt in der Erkundung des nutzbaren Untergrundes sowie in der Entwicklung von Mess- und Auswerteverfahren. Das Institut blickt auf über 50 Jahre Erfahrung in der Geophysik-Forschung zurück. Durch die langjährige Spezialisierung in der oberflächennahen Anwendung der Geophysik, der Geräte- sowie Dateninfrastruktur sowie der damit einhergehenden Möglichkeit, innerhalb eines Instituts verschiedenste geophysikalische Methoden themenübergreifend zu kombinieren, ist das LIAG deutschlandweit einzigartig.

In der EU-Policy-Week vom 13. bis 17. Dezember wird ein besonderer Schwerpunkt auf die Verbreitung der TOPSOIL-Botschaft unter politischen Entscheidungsträgern gelegt. Im EU-Projekt TOPSOIL geht es um die Anpassungsfähigkeit der Nordseeregion im Klimawandel, bei dem das LIAG im Schwerpunkt Grundwasser-Geophysik Untersuchungen durchführte. EU-Abgeordnete Lena Düpont mit einem wichtigen Statement.

Ein neues DFG-Projekt ermöglicht die Erforschung oberflächennaher Verwerfungen am Osning-Lineament in Norddeutschland im Zusammenhang mit Neotektonik – bisher ist nur wenig über die Reaktivierung der Verwerfung bekannt. In den vergangenen 400 Jahren gab es jedoch mehrere Erdbeben.

Das LIAG hat ein Memorandum of Understanding (MoU) mit der in der Schweiz ansässigen Firma GEO2X zur Zusammenarbeit im Bereich der hochauflösenden Reflexionsseismik unterzeichnet. Das MoU definiert Rahmenbedingungen für zukünftige Kooperationen unter anderem zu den Themen Grundwasser, Geogefahren und -ressourcen.

Am 1. Oktober 2021 hat Lars Naue sein Amt als administrativer Leiter am LIAG angetreten. Er ist damit für die Verwaltungsabläufe der Forschungseinrichtung sowie für den Aufbau und die Leitung einer eigenen Kernverwaltung verantwortlich.

Das Projekt DOVE hat das Ziel, die räumliche sowie zeitliche Klimaentwicklung während der Eiszeiten bis vor 2,6 Millionen Jahren und dessen Einfluss auf die Landschaftsentwicklung im gesamten Alpenraum zu rekonstruieren. Hierzu führte das LIAG drei Forschungsbohrungen bei Winterstettenstadt (B-W) durch. Mit dem Abschluss eröffnen sich bereits erste Erkenntnisse.

Neues Puzzleteil zum Verständnis von Veränderungen künftiger natürlicher Systeme: Im Projekt Lichtenberg erforschte das LIAG mit Partnern die Landschaftsstabilität und -entwicklung während der Warmzeit Eem vor ca. 120 000 Jahren im hannoverschen Wendland. Das Eem ist klimatisch vergleichbar mit den Prognosen für das 21. Jahrhundert.